Augenringe

 

Dies ist ein unwissenschaftlicher Begriff. Wenn der Volksmund von "Augenringen" spricht, meint er meist die als Wülste imponierenden Augenringe mit darunterliegenden, ringförmigen Vertiefungen oder dunklen, schattigen Verfärbungen.  

Es gilt, die Ursachen zu identifizieren. Dies erfordert eine Untersuchung in erfahrener Hand.

Folgende Veränderungen können alleine oder in Kombination eine Ursache darstellen:
 
Die Tränenrinne

Als erste - und am einfachsten zu behandelnde - Veränderung kennen wir die Ausbildung einer alleinigen Vertiefung, ausgehend vom inneren Augenwinkel bogenförmig nach unten- aussen ziehend. Wir nennen diese Vertiefung die "Tränenrinne", neudeutsch "tear trough". In Wirklichkeit entsteht diese Vertiefung durch einen Verlust von Fettgewebe, meist genetisch bedingt. Oft haben das auch schon sehr junge Frauen. Die Behandlung ist denkbar einfach mit Hyaluronsäure möglich, einem naturidentischen, abbaubaren Füllmaterial. Die Behandlung erfolgt ambulant, dauert ca. 30 Minuten und muß nach 1-2 Jahren nachdosiert werden.

 

Der Tränensack

Auch wieder ein Ausdruck des Volksmundes. Anatomisch gibt es keinen Tränensack an dieser Stelle. Es handelt sich um eine Vorwulstung des Fettgewebes im Bereich der Augenhöhle, die wie eine Wurst unter dem Unterlid hervortritt. Auch hier ist die Ursache teilweise genetisch veranlagt. Diese Veränderung hat aber auch einen deutlichen Bezug zum Lebensalter. Durch die Erschlaffung der Haut und Muskulatur im Bereich der Unterlidregion wölbt sich das Augenhöhlenfett nach außen vor. Die Behandlung ist operativ: wir entfernen das überschüssige Fettgewebe oder verlagern es an eine Stelle, wo es gebraucht wird, z.B. in die Tränenrinne (siehe oben). Bei sehr jungen Frauen gibt es diese Veränderung auch bisweilen. Sie ist dann eher genetisch bedingt. In diesen Fällen besteht kein Hautüberschuss, so dass die Operation von innen erfolgen kann. Der Zugang erfolgt dann durch die Bindehaut des Auges ohne jede Verletzung der äußeren Haut. Aber auch in den Fällen, in denen dies nicht mehr möglich ist entstehen fast nie sichtbare Narben. Die Narbenheilung in der Lidregion ist ausgezeichnet und selbst Patienten mit überschießender Narbenbildung oder Keloidneigung brauchen, fast ohne Ausnahme, sichtbare Narben nicht befürchten. Hier spielt das Alter ausnahmsweise einmal eine positive Rolle: je älter die Haut ist, desto unsichtbarer wird die Narbe! Vorschäden wie Nikotinabusus und Sonnenschäden verschelchtern zwar die Geschwindigkeit der Wundheilung, verbessern aber das Narbenaussehen: der vorgeschädigte Körper bildet weniger Narbengewebe und damit eine schönere, unsichtbarere Narben.

 

Die erschlaffte Unterlidhaut

Lebensjahre, genetische Veranlagung und Nikotin sind die Hauptursachen für eine erschlaffte,hängende Unterlidhaut. Da feste Faserverbindungen die Haut über dem Jochbogen fixieren, hängt die erschlaffende Unterlidhaut manchmal wie ein leeres Säckchen bogenförmig unter dem Lid. Hier hilft nur die operative Unterlidstraffung. Dieser kleine Eingriff wird meist kombiniert mit einer Korrektur des sogenannten Tränensackes (siehe oben).

 

Die erschlaffte Unterlidkante

Zeitgleich mit  sehr viel Lebenserfahrung erschlafft manchmal auch die Lidkante und das Unterlid liegt nicht mehr straff dem Augapfel an. Dies muß vor einer Operation des Unterlides erkannt und mitbehandelt werden.

 

Die verfärbte Haut im Bereich der Tränenrinne

Manche Veränderung der Unterlidhaut ist rein farblich. Diese Veränderungen können nicht wegoperiert werden. Es handelt sich entweder um Pigmenteinlagerungen in der Haut oder es schimmern Anteile des Augenschließmuskels durch die sehr dünne Haut hindurch. In diesen Fällen hilft nur konsequentes Überschminken (Concealer).
 


Oft liegen die oben genannten Veränderungen in unterschiedlichem Ausmaß kombiniert vor, so dass die Behandlung der Augenringe immer einen höchst individuellen Plan erforderlich macht!

Einige Patienten fürchten sich vor einer Operation. Sie kennen Beispiele, wo nach einer Operation sich die Form des Auges verändert hat oder die Menschen operiert aussahen. Obgleich auch in einer hochspezialisierten Abteilung Komplikationen nie komplett ausgeschlossen werden können, sind sie doch extrem selten. Unser Hauptanliegen ist, ein frisches, natürliches und unoperiert wirkendes Aussehen zu erzielen. Die Augenlidkorrektur ist eine der häufigsten Operationen in der Plastischen Chirurgie. Wir führen praktisch täglich, nicht selten mehrere, operative Lidkorrekturen in unserer Klinik durch. Wir hatten seit 2004, dem Gründungsjahr der Klinik, keine schwerwiegende Komplikation, insbesondere keine Einschränkung der Sehkraft. Wundentzündungen im Lidbereich hatten wir seit Kliniksgründung nicht eine einzige! Dies liegt an der guten Durchblutung dieser Region, aber auch an dem Hygienemanagement der Klinik. Wir screenen regelmäßig auf MRE, den Krankenhausproblemkeimen. 

 

Welche Patienten eignen sich nicht für eine Unterlidkorrektur?

Eine gute Blutgerinnung ist wichtig für eine sichere und komplikationsarme Operation. Patienten die aus medizinischen Gründen zwingend gerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen müssen, haben hierdurch eine schlechtere Blutgerinnung und sollten sich nicht aus ästhetischer Indikation operieren lassen.

Weiterhin gibt es Patienten, die bleibende Füllmaterialien im Bereich der Unterlidregio eingespritzt bekommen haben. Wir selbst benutzen keine permanenten Filler. Ist aber ein solcher Filler im Gewebe, wird er nie komplett abgebaut und kann bei Operationen zu erheblichen Problemen führen. Wir führen keine Unterlidoperationen bei Patienten durch, die in der Unterlidregion zuvor bleibende Filler erhalten haben.

Hyaluronsäurepräparate sind unbedenklich.
 

Die Eckdaten:

  • Vorbereitung: keine gerinnungshemmenden Arzneimittel 14 Tage vor OP
  • OP: meist in Dämmerschlaf oder Narkose, ambulant (am gleichen Tag nach Hause) oder auf Wunsch stationär
  • Betäubung: Narkose mit Larynxmaske (ohne Intubation).
  • Nachbehandlung: Augentropfen tagsüber und Augensalbe für die ersten Nächte, Fädenentfernung nach ca. einer Woche. Um Schwellungen entgegenzuwirken werden nach dem Fadenzug nachts wiederverwendbare Silikonpflaster auf die Haut der Unterlidregion geklebt.
  • Narbenmassage insbesondere seitlich über dem Knochen nach zwei Wochen: Druck führt zu unsichtbaren Narben.
  • Gesellschaftsfähigkeit: Reste von blauen Flecken sind nach einer Woche gut überschminkbar
  • Arbeitsunfähigkeit: meist 1 Woche, bei Arbeiten am Schreibtisch oder PC ist man nur die ersten Tage eingeschränkt.
  • Sport nach frühestenes 2 Wochen.
  • Sauna führt zu Schwellneigung, dies ist stets individuell einzuschätzen.
  • Endergebnis nach einem halben Jahr: so lange kann es dauern, bis jede restliche Schwellneigung abgeklungen ist. Ungeduldige Patienten werden hier herausgefordert. Eine Beschleunigung der Ausheilung kann durch die oben angesprochenen Silikonpflastern erreicht werden.
  • Kosten: Unterlidoperation ca. 2700 € netto
  • Zusätzliche Kosten für Narkose: 320 € netto pro Stunde
  • Kosten: Hyaluronsäurebehandlung ca. 600-900 €

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